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Ludwig I. König von Bayern

Einleitung

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Einleitung.

Am 25. August 1886 sind es hundert Jahre, daß auf damals französischem Boden, in der Stadt Straßburg, ein deutscher Fürstensohn das Licht der Welt erblickte, der zu den hervorragendsten Fürstengestalten des neunzehnten Jahrhunderts gezählt werden muß. Es ist dies König Ludwig I. von Bayern, in dem das bayerische Volk seinen größten König, die deutsche Nation einen ihrer edelste» Söhne und Patrioten auf dem Throne, die ganze civilisierte Welt den eifrigsten Beförderer und Schirmherr» der bildenden Künste zu verehren hat.

Mit vollstem Rechte trifft das dankbare bayerische Volk die großartigsten Vorbereitungen, um die Centenarfeier der Geburt seines großen Königs, die infolge der eingetretenen Landestrauer im Jahre 1886 unterblieb, im Jahre 1888 in der windigsten Weise zu begehen. Feiert es in ihm ja einen Fürsten, der sein ganzes Leben und seine ganze Thätigkeit dem Wohle und dem Glücke seines Volkes widmete; verehrt es in ihm einen Mäcenas, der in der Kulturgeschichte aller Völker und Zeiten als einer der ersten genannt werden muß, der nach langer Qde, Verdunkelung und Verarmung vaterländischer Kunstpflege über Deutschland und sein geliebtes Bayern eine Ära voll Ruhm und Glanz, voll Glück und Segen heraufführte, um welche alle gebildeten Völker der Erde uns beneiden.

Mit nicht minderem Rechte verehrt das deutsche Volk in König Ludwig I. einen der besten und edelsten seiner Söhne, einen begeisterten Propheten seiner Einheit, Macht und Größe. Als Kronprinz, als König auf dem Throne und von demselben herabgestiegen, zeigte er sich stets als den deutschesten der deutschen Fürsten. Keines anderen deutschen Fürsten Herz hing so mit tausend Fasern an Deutschland, schlug so glühend für Deutschlands Ehre, Ruhm und Unabhängigkeit als das seinige. Kein anderer deutscher Fürst übertraf ihn an hochherzigem Gemeinsinn und lebendigem Gefühl für die Einheit und Zusammengehörigkeit aller deutschen Stämme; kein deutscher Fürst hat die deutschen Brüder in allen Teilen der Welt mehr unterstützt bei Errichtung von Missionen, Kirchen, Schulen und Waisenhäusern; kein deutscher Fürst endlich hat Deutschlands große Männer mehr geehrt und Deutschlands Ruhm prächtigere Nationaldenkmale aus seinen Privatmitteln errichtet als König Ludwig I. von Bayern. Dort stehen sie auf eichenumrauschten Höhen, die Walhalla und die Befreiungshalle, als Ehrentempel deutschen Nationalruhms, als Symbole deutscher Macht und Größe, aber auch als heilige, in Stein übertragene Vermächtnisse ihres erhabenen Erbauers, allen Deutschen ehrwürdig, alle anregend, in allen Begeisterung erweckend. Was der

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