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Ludwig I. König von Bayern

Einleitung

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patriotische König mit diesen Bauten bezweckte, was er bei Grundlegung der Walhalla gesprochen: „Mögen, so wie diese Steine zusammenhängen, alle Deutschen kräftig zusammenhalten!" und was er mit Lapidarschrift als Mahn- und Weckruf in den Fußboden der Befreiungshalle geschrieben: „Möchten die Deutschen nie vergessen, was den Befreiungskampf notwendig machte und wodurch sie gesiegt!" das hat jetzt endlich seine volle Erfüllung gefunden: jetzt endlich durchzuckt ein gemeinsamer deutsch-patriotischer Pulsschlag die deutsche Nation; jetzt endlich prangt das deutsche Volk in nie dagewesenem Ruhmesglänze und unvergleichlicher Machtfülle; jetzt endlich hat sich erfüllt, was der patriotische Fürst mit jedem Pulsschlage seines Herzens ersehnt, wofür er sein ganzes Leben hindurch so begeistert gesungen und so wacker gerungen: Sein heißgeliebtes deutsches Volk ist einig, groß und mächtig, steht an der Spitze aller Nationen!

Aber auch die ganze civilisierte Welt nennt Ludwigs Namen mit Bewunderung und dankbarer Verehrung. Hat er ja doch eines der idealsten Gebiete der Menschheit sein ganzes Leben hindurch mit dein größten Erfolge angebaut, ein Gebiet, dem zu allen Zeiten die edelsten Geister aller civilisierten Nationen so nahe gestanden; wallfahrten doch jährlich in immer mehr anschwellenden Fluten Tausende und Abertausende aus aller Herren Ländern nach Bayern und seiner Hauptstadt, um sich an König Ludwigs Schöpfungen, an all dem Schönen und Herrlichen, das er ans allen Ländern hier zusammengetragen, zu bilden, zu erheben und zu erfreuen.
Und gerade hierin liegt die hohe geschichtliche Bedeutung dieses Fürsten, das gibt ihm das Gepräge, die Weihe eines wahrhaft großen Mannes, daß er nicht . für ein Volk und für eine Zeit, sondern daß er für alle Völker und für alle Zeiten gewirkt, damit hat er die Unsterblichkeit an sich gerissen.

Und wenn im Jahre 1888 zur hundertjährigen Geburtstagfeier König Ludwigs I. die monumentalen Kunstschöpfungen des großen Künstlerkönigs in feurigem-Strahlenkranze schimmern, wenn das bäuerische Volk zum Reiterstandbilde und zum Sarge seines hochverehrten Fürsten wallt, um dort Kränze der innigsten Liebe, Verehrung und Dankbarkeit niederzulegen, wenn die Marmorbüste des unvergeßlichen Königs, als die des verdientesten Bayern, in seiner Ruhmeshalle, und seine Marmorstatue, als die des besten und edelsten Walhallagenossen, in seiner Walhalla ihren feierlichen Einzug halten, dann wird auch die deutsche Nation de» Manen ihres größten Sohnes und opferwilligsten Patrioten und die ganze civilisierte Welt dem verklärten Genius des größten Kunst-Mäcenas ihre Huldigung nicht versagen.

Und so möge denn auch dieses Werk, dem Ruhme und der Verherrlichung des großen Königs gewidmet, bei jedem Freunde der Kunst sich einer geneigten Aufnahme erfreuen, möge es insbesondere den Weg zum Herzen des bayerische» und deutschen Volkes finde», dem der unvergeßliche Fürst angehörte mit jeder Faser seines Wesens, mit jedem Pulsschlag seines Herzens!

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